Montag, 22. November 2010

22.11.2010

..Heute gibt es einen kleinen Reisebericht.
Am Dienstag habe ich mich zusammen mit Souleymane, Mami, Sidiki, Adam und Amidu auf die Reise nach Manantali gemacht, ein Dorf am Fluss Senegal. Souleymane und seine Schwester Adam sind dort aufgewachsen und wir waren eingeladen, bei ihrer Familie das grosse Fest "Tabaski"  zu feiern.
Amidu hat auch Familie in Manantali, Sidiki und Mami waren wie ich zum ersten Mal dort.
Was Den Ort so besonders macht, ist das grosse Stauwerk, dass dort 1992 von Deutschen gebaut wurde.
Es ist eines der groessten Sauwerke Westafrikas und versorgt Mali, den Senegal  und Mauretanien mit Strom.
Eigentlich wollten wir schon Dienstag frueh um 4 aufbrechen, da es tagsueber immernoch sehr heiss ist, aber wie immer kam alles anders.. Das Auto hatte ein Problem, so wurde ich erst gegen 10 abgeholt.. Dann waren aber gewisse Einkaeufe noch nicht gemacht und das Gepaeck der anderen musste noch abgeholt werden.. afrikanische Planung! Also waren wir puenktlich um halb 12 zur Mittagshitze bereit zur Abfahrt.
War aber halb so schlimm, da das Auto eine Klimaanlage hat, die zum Glueck sogar funktioniert!


..Duch die belebte Stadt, quirlig, bunt und stinkig, raus auf die Landstrasse richtung Manantali...
Auf einer Anhoehe sahen wir die Stadt noch einmal von oben in ihrem Tal liegen. Ein Schleier von Smog lag ueber Bamako, das in der Hitze flimmerte..


Noch einige Kilometer außerhalb liegen Dörfer, dicht an der Straße gebaut und wenig ästhetisch . Danach geht es immer weiter in die Steppe hinein, Berge heben sich aus der Landschaft, Büsche und Bäume ziehen an einem vorbei und ein niemals enden wollender Horizont verschmilzt mit dem tiefen Blau des Himmels. Nur hier und da schwebt eine Wolke vorbei, die Regenzeit ist vorüber und es ist staubig und heiß.
Nach etwa 200 Km ist Kita erreicht, eine Kleinstadt in der wir eine Pause einlegen um zu tanken, kühle Getränke zu beschaffen und uns die Beine zu vertreten. Der angenehmere Teil der Reise liegt jetzt hinter uns, der abenteuerliche vor uns. Ca. 50 Km nach Kita biegen wir in einem kleinen Dorf auf eine Piste ab,   die weder geteert, noch regelmäßig bearbeitet  und von den Regengüssen der vergangenen Zeit stark mitgenommen ist. Am Wegesrand hält uns ein Mann an und drückt uns ein Bündel in die Hand und bittet uns, es bei seiner Familie in Manantali abzugeben.
Die rote Erde staubt hinter uns auf. Links und rechts die Wildnis in sattem Grün, für unser Auge undurchdringlich versteckt sie ihre Geheimnisse zwischen Blättern und Zweigen. Hin und wieder öffnet sie sich und gibt weite Flächen mit mannshohem, vergilbtem Gras frei, das  aus verbrannter Erde waechst. Inmitten der verbrannten Flächen stehen verkohlte Baumgerippe und bilden einen starken Kontrast zur lebendigen Wildnis, die sie umgibt. Ich schließe die Augen und atme tief ein. Der Geruch der Steppe ist edel, die feuchte Luft trägt ihn durch das offene Fenster zu mir.
Durchgeschüttelt und etwas angeschlagen kommen wir in einem kleinen Dorf an. Wir halten, um uns kurz zu erholen, die Hälfte der Piste haben wir bereits hinter uns gelassen. Neugierige Kinder und ein Greis bilden eine kleine Gruppe, um mich zu beobachten. Sicher ist es eine Seltenheit, dass eine  weiße Frau in ihr Dorf kommt und ich bin es mittlerweile auch gewöhnt neugierig angestarrt zu werden. Also beschließe ich, ihnen eine kleine Freude zu bereiten und sie auf Bambara zu begruessen:
Aw ni tile! Somogow?
Der Alte schenkt mir ein überraschtes Lächeln und die Kids kreischen und lachen vor  Begeisterung. Eine nette Szene inmitten eines ruhigen Dorfes, in dem die Kohlefeuer brennen und die Soßen köcheln und einen köstlichen Duft verbreiten. Ein riesiger Baum steht am Wegesrand durch dessen Blätter die Sonne blinzelt, die nun tiefer am Himmel steht und das Dorf in goldenes Licht taucht.
Und weiter geht’s. Immer wieder begegnen wir Menschen am Wegesrand, die ihre Ernten nach schwerer Arbeit nachhause tragen. Überall im Busch sind kleine Dörfer versteckt, die sich nur durch kleine Trampelpfade vermuten lassen. Plötzlich sticht ein mittelgroßes Warzenschwein aus dem Gebüsch und rennt eine Weile quiekend vor unserem Auto her, bis es einen Haken schlägt und verschwindet.


Bald neigt sich die Sonne dem Horizont entgegen und huellt die Wildnis in ein warmes Licht, dass den roten Sand noch roeter und das Gruen der Vegetation noch gruener werden laesst.. eine wunderschoene Stimmung. Der Himmel verwandelt sich von blau zu rot.. Es ist schwer, nicht an Walt Disneys "Koenig der Loewen" zu denken, das meine Vorstellung von der Afrikanischen Savanne in meiner Kindheit gepraegt hat. Schon damals habe ich mir vorgstellt, wie der Kontinent wirklich aussieht und welche Geheimnisse und alte Geschichten er birgt und jetzt, fast 20 Jahre spaeter bin ich hier und fahre dem Sonnenuntergang entgegen, der nur hier im Busch diese grossen Geheimnisse vermuten laesst..


Raus aus Bamako..




Kurz vor Kita






Das kleine Dorf in Mitten der Malischen Wildnis



In den Sonnenuntergang fahren...



..Den 2. Teil des Reiseberichts gibt es morgen oder Mittwoch.. Adieu






Montag, 1. November 2010

01.11.2010

...eigentlich sollte ich ja schon laengst schlafen, aber ich kann es noch nicht!!
Bin immernoch total aufgeregt...
Am Sonntag hatten wir ein grosses fest im centre, die beiden dorfchefs und der "Lions Club Bamako" waren eingeladen und haben uns grosszuegige spenden mitgebracht..


Lions Club Bamako



Grosszuegige Lebensmittelspende


..Eigentlich sollte Oumou Sangare kommen, eineder bekanntesten Saengerinnen Malis/Westafrikas. Sie wohnt in Bamako und besitzt ein Hotel in der naehe meines Quartiers.
Ich selbst habe sie schon auf "Jazz auf dem Bauernhof" gesehen, 2009. (Papa, Mama, ihre Cd haben wir auf unserer letzten Italien-reise gehoert, koennt ihr euch erinnern?) 
Hier in Bamako war ich auch auf einem Konzert, aber da war sie gaaaanz weit weg. Ich wuerde schon sagen, dass ich ein Fan von ihr bin und war deswegen total aufgeregt, wann sie nun endlich kommt! Aber das Fest war vorbei und von Oumou keine Spur.. Heute kam Maimouna zu mir, ein Freulein der frecheren Sorte und meinte, Mariam komme spaeter mit Oumou vorbei. Ich habe es ihr nicht geglaubt, bis ich um halb 10 von lautem Maedchengeschrei und Gesang aus meinem Zimmer gelockt wurde.. Oumou Sangare war zu uns ins Centre gekommen!! Ich war total aus dem Hauschen und furchtbar aufgeregt!! Sie besichtigte die zimmer der Maedchen und unsere oeffentlichen Raeume. Die Schneiderei, den Computerraum und die Bibliothek, dann habe ich ihr stolz mein Zimmer gezeigt, das ich heute zum glueck blitzeblank geputzt habe. Sie sagte: "Oh Anna, du hast es aber schoen hier, ich bin beeindruckt!"


Oumou und Mariam vor meinem Zimmer


Sie ist ein Weltstar, ohne Zweifel, sie kam zwar mit einem Hummer deswegs gefahren und war in zahlreicher begleitung, aber sie war uns gegenueber sehr aufgeschlossen, kein hauch von ueberheblichkeit.
Anschliessend haben die Maedels ihre Koreographie zu einem Lied Oumous, die sie extra einstudiert hatten, aufgefuehrt. Oumou hat freudentraenen geweint, meines erachtens eher aus theatralik, aber den maedels hat es sehr gefallen, vorallem, weil sie mit 50 000 FCFA (ca 80 Euro) belohnt wurden und das ist eine Menge geld!!!
Anschliessend machten wir noch ein Gruppenfoto und dann noch eins von Oumou und mir ganz allein!


Vielleicht sieht man mir meine nervositaet an, ich fuehlte mich wie ein teenie, der sein Idol treffen durfte, im nachhinein finde ich es auch ein bisschen uebertrieben, aber ich liebe ihre musik und es ist mir eine grosse ehre, sie kennengelernt zu haben. Ein Sommermaerchen!

Hier einer meiner Lieblingstracks:
OUMOU SANGARE - Iyo Djeli


So, genug der Huldigung..

Am Freitag hatten die Maedels nochmal ihre koreographie geuebt und danach war PARTY! ;-)
Leider kann ich kein Video Posten, die Maedels haben einen Dance drauf, da ziehts einem den Boden unter den Fuessen weg! Man bemerke, keine ist aelter als 16 Jahre alt...

Dance



Das ging bis Mitternacht, wir hatten eine Menge Spass.. I love my girls...

Am Samstag war ich mit Freunden aus, hatten wie immer einen riesen Spass, nicht zuletzt als wir aufbrachen und einfach feststeckten, weil der ganze verkehr stand, nichts ging mehr, nicht vor und nicht zurueck. es dauerte eine halbe stunde, bis wir wieder vorwaerts kamen.. sowas muss man erleben, auch dafuer liebe ich bamako und die Malier, wie cool und gelassen sie sich in solchen situationen verhalten und sich auf keinen fall die laune verderben lassen.. wir haben so gelacht!


Zum Schluss wollte ich euch noch schnell zu bedenken geben, warum der Yogourt hier so viel besser schmeckt: Hier strengen sich die Kuehe wenigstens noch an! bleibt nur noch eine frage offen: links oder rechts-drehend?



Ach ja... und... happy Halloween!



bis bald