Donnerstag, 7. Oktober 2010

07.10.2010

es ist viel passiert...

meine krankheit ist auskuriert, ein hefepilz hat mir zu schaffen gemacht, nichts schlimmes, aber doch sehr unangenehm..
Paul, ein deutscher hatte mich fuer 2 tage zu sich nachhause eingeladen, um mich ein bisschen auszuruhen. in der tat war es sehr ruhig bei ihm und auch sehr gemuetlich. zwar wohnt er schon seit 2 jahren in diesem haus, aber es sieht immernoch so aus, als waere er gerade erst eingezogen. im wohnzimmer stehen ein dutzend kisten in der ecke, die unberuehrt zu sein scheinen. der kuehlschrank gibt nicht viel her, da sich paul nie was kocht, immer essen geht oder sich einladen laesst.
die beiden hunde cappi und rambo waren anfangs nicht begeistert, dass ich bei paul wohne, aber jeder weiss, womit man sich die sympathie eines hundes erschleichen kann: mit wurst. eine scheibe wurst fuer jeden der beiden und der haussegen war gesichert.

hier wohnt paul:



Cappi:


Rambo:



Am samstag sind wir dann, wie jeden samstag, zu uschi, einer hier verheirateten, deutschen aerztin gefahren, nachdem wier die labor-auswertungen abgeholt hatten.
sie wohnt in einer wohnung, die ganz nach ostdeutschem stil eingerichtet ist. paul und lamine, ihr neffe, essen jeden samstag gemeinsam bei ihr zu mittag. das erste mal, als ich dabei war, gab es schnitzel mit kartoffelsalat und pudding zum nachtisch. letzten samstag gab es rind mit "pommes", zum nachtisch joghurt mit pfirsich. seeeehr lecker! nachdem ihre haushaltshilfe abgeraumt hatte, gabs jakobskaffe, schogetten und giotto.. hm, ja tatsaechlich fuehlte man sich nicht gerade wie in afrika.. aber als sich draussen ploetzlich der himmel verdunkete und ein wind ums haus fegte, als haette jamand einen riesigen ventilator aufgestellt, wurde man sehr schnell wieder daran erinnert, wo man war.
als ich auf den balkon ging beobachtete ich am horizont, wie eine riesige staubwolke ueber dem benachbarten viertel hochwirbelte und auf uns zu flog. ich hatte gerade noch die gelegenheit ein foto zu machen, bevor auch ich mitten im staub stand und die flucht in die stube ergreifen musste. draussen konnte man keinen meter weit mehr schauen und drinnen war es bereits so dunkel, dass uschi licht machen musste. doch bald sassen wir im dunklen, als auch noch der strom ausfiel.
War ich froh, nicht gerade auf einem roller im mittaeglichen verkehr zu sitzen, das haette sehr unangenehm und gefaehrlich werden koennen....




Am sonntag war verteilung der schulsachen an die maedchen.
riesige kisten mit gespendeten heften, stiften, linealen, radiergummis,... wurden angeschleppt und gerecht verteilt. Mariam hat das in die hand genommen, meine "chefin", wenn man so will. sie geht sehr liebevoll und geschickt mit den maedchen um und hat die mutterrolle  gut drauf.
Auch hiervon gibts fotos:




Jetzt Kann die schule beginnen!

Am montag begann der schul-alltag fuer die maedchen. mittags kommt ein grossteil von ihnen zurruck ins zentrum um zu essen. danach gehen sie wieder zur schule, zum nachmittags-unterricht.

Abends wurde ich auch gleich zum ersten mal vor eine aufgabe gestellt, die es fuer mich zu loesen galt. eines der maedchen kam zu mir und bat mich, mit ihr zu kommen, eines der anderen maedchen sei krank. als ich in ihrem zimmer war, lag sie auf ihrem bett und weinte bitterlich, vor schmerzen. sofort fasste ich ihr an die stirn, die sich gluehend-heiss anfuehlte. Malaria?
ich rief sofort mariam an, die jemanden vorbei schicken wollte. die Maedchen sagten mir, es gaebe ein hospital, ganz in der naehe, also machten wir uns gleich auf den weg.
Ein sehr freundlicher arz untersuchte Nansa, so heisst das maedchen und stellte tatsaechlich malaria fest.
er gab uns einen beutel mit medikamenten mit. insgesamt bezahlte ich knapp 2000 FCFA, um die 3 euro.
was mir erst klar wurde, als wir zurruck im zentrum waren: das legen der infusion mussten wir selbst machen! gottseidank haben wir hier 2 maedchen in der ausbildung zur krankanschwester, beide nicht aelter als 15 jahre, die sich der arbeit ohne mit der wimper zu zucken und sehr professionell annahmen.
Nansas Matratze wurde unter den ventilator gelegt, an dem der infusionsbeutel befestiggt wurde. den rest kennt man aus dem krankenhaus. ich konnte garnicht hin schauen!
ich war schwer beeindruckt von den faehigkeiten der krankanschwestern und der tapferkeit der patientin.

Auf den schock habe ich ganz schoen hunger bekommen, also habe ich souleymane ins hotel-restaurant joliba eingeladen.
wir waren bereits 2 mal dort und es ist wunderschoen da. das restaurant hat eine grosse terasse, die direkt am nieger liegt und wenn es dunkel ist, der fluss leise und schimmernd an einem vorbei zieht, die sterne am himmel funkeln und der kerzenschein in einer leichten briese flackert, kehrt der frieden ein und eine leicht melancholische stimmung macht sich breit.
fuer mich gabs aloco mit frittierten kartoffeln und rind-fleisch spiesse.
aloco ist meine lieblingsspeise hier. das sind frittierte speise-bananen. die unterscheiden sich von den "normalen" bananen in groesse und geschmack. aloco ka di!
auf dem gelaende um das restaurant herum stehen etwa 10 runde bungalows, die vermietet werden, ein swimmingpool ist auch dabei. nach dem essen haben wir uns mal eines der zimmer zeigen lassen, weil ich es atmosphaerisch fuer ein geeignetes hotel fuer meine eltern halte, aber die zimmer und vorallem die baeder haben mich nicht ueberzeugt.. es ist zwar nicht teuer, ca 20.500 FCFA pro nacht (ca 32 euro) fuer 2 personen, aber irgendwie asslig... hier hat man noch nicht so ganz ueberrissen, dass qualitaet gewinn bringt und eine regelmaessige pflege von gaestezimmern und vorallem der baeder sicher mehr kundschaft anziehen wuerde.
Leider konnte ich bisher noch kein foto von joliba machen, da ich bis jetzt immer nur nachts dort war. aber soul und ich machen bald mal eine hote-besichtigungs-tour bei tag. bin selbst gespannt, wie joliba bei tag aussieht und ob es seinen charme bewahrt.

nachdem wir gut gegessen hatten, sind wir noch zum friseur gefahren, einem freund von soul. soul kann es nicht leiden, wenn sein haar laenger als 5 millimeter lang ist.. ich haette den unterschied nicht bemerkt, wenn ich nicht dabei gewesen waere... ich durfte auch mal drueber rasieren!

Friseurstudio:



Am dienstag gelangen mir die ersten freundschaftlich tiefer gehenden kontakte mit den maedchen. es ist ganz einfach, kommt ganz natuerlich ohne zwang. es geht schnell, ein teil zu werden, als mitglied der gemeinschaft angesehen zu werden. wir haben zusammen in den schulheften und buechern gestoebert und ich bekam eine kleine lektion in bambara. danach haben wir gemensam fern gesehen. hier gibt es so eine franzoesische telenovela, auf die alle ganz wild sind. da war das gebruell gross, als wiedermal ein paar stromausfaelle alles in dunkelheit huellte  :-)
Spaeter wollte ich mit soul ins kino, aber das war geschlossen, wegen wartungsarbeiten.
statt dessen sind wir eis essen gegangen und haben uns dann einen gemuetlichen video-abend bei ihm gemacht. naja, gemuetlich.. ein vampier-film und ein horrorfilm (masks of horror) waren nicht gerade entspannend fuer die nerven, aber da wir alles auf franzoesisch gesehen haben, koente men sagen, es war ein kleiner "kurs" fuer mein franzoesisch-verstaendnis.. als er mich heim fuhr sagte er mir, dass dieser abend sehr wichtig fuer unsere freundschaft war, da ich bei ihm zuhause war, seine fotos angeschaut habe und wir gemeinsem fern gesehen haben. jetzt gaebe es keine fronten mehr, wie bei freunden, die sich seit kindheit auf kennen.
jetzt habe ich also einen besten freund, das ist schoen...

gestern, am donnerstag, gab es eine kleine tanz- auffuehrung. mariam hatte was mit den "kleinen" maedchen einstudiert, da es einen wettbewerb zwischen verschiedenen schulen geben wird. das sah schon sehr gut aus!



Am nachmittag hat mich knut abgeholt und wir haben uns im BUDO CLUB angemeldet, in einem fitness-studio! sonst schlaff ich hier noch ab! beweg mich wirklich nicht viel.. aber das wird sich jatzt alle aendern!!

nachdem wir bei ihm Nada, die riesige deutsche dogge gefuettert, einen kaffe getrunken und die 19.00 uhr nachrichten auf zdf gesehen hatten (um17.00 malischer zeit) machten wir uns auf den weg ins vergnuegungsviertel. jeden mittwoch trifft sich eine deutsche "community", die meisten arbeiten in der botschaft, zum gemeinsamen essen und anschliessendem billiard spielen in einem restaurant.
..fuer mich gibt es also 2 welten hier.. der malische, sehr bescheidene alltag und das "deutsche" leben in einem "fremden" land. ich bevorzuge ersteres. es ist schoen, sich ab und zu auf der eigenen sprache zu unterhalten, aber die "dekadente" art in diesem land zu leben stoesst mir manchmal auf, es hat leider oftmals etwas "respektloses", damit moechte ich mich nicht identifizieren. ich will das leben, wie es hier ist, auch wenn das viel anpassung verlangt. aber fuer mich ist es genau das, was den alltag so spannend macht und so viele tueren im kopf oeffnet.

Heute habe ich gemeinsam mit mariam meinen stundenplan geschrieben, falls es euch interressiert:


Emploi du temps
Anna  (Tel: 77860394)

temps
Lundi
Mardi
Mercredi
Jeudi
Vendredi
Samedi
Dimanche
10.00-12.00






Bricolage


Bricolage

12.00-17.00


Anna au 
BUDO CLUB


Anna au
BUDO CLUB


Anna au
BUDO CLUB



17.00-18.00






Volley
17.00-18.30

Basket
17.00-18.30
18.00-19.00

Computer

Computer
Française  (les petits)
18.00-19.30


Computer

























und hier noch was auf die ohren:

http://www.youtube.com/watch?v=NUGJ0uxKeIQ

auf bald, ihr lieben, treuen leser!

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