Montag, 7. Februar 2011

07.02.2011

Anna an Erde!
Nein! Ich bin nicht verschollen, hab nur zu viel erlebt und zu wenig Zeit gehabt, das Alles aufzuschreiben..
Nun wage ich mich an die Bearbeitung meines vernachlaessigten  Blogs und frage mich ernsthaft, wie ich das in den 6 Wochen, die ich denn jetzt nur noch hier bin, alles aufholen kann.. Ich versuchs einfach mal und hoffe, ich habe meine Leserschaft noch nicht vollstaendig verloren..

..Eigentlich muesste ich jetzt den 3. Teil meines Reiseberichts ueber Manantali schreiben, aber das liegt nun schon eine Ewigkeit zurueck und ich befuerchte, ich bekomme das alles auch nicht mehr zusammen.
Aber ich kann euch beruhigen, was jetzt kommt, ist sicher noch viel spannender, als es Manantali je haette sein koennen..
Was ich noch im Kopf habe, ist der Schwarm Flughunde, der am Tag unserer Abreise von Manantali, frueh morgens um 5, in der Daemmerung ueber unsere Koepfe hinweg flog. Die Augen nach oben gerichtet, an diesen Schwarz, blau, rosigen Himmel, an dem sich die hellsten Sterne noch abzeichneten, sahen die Flughunde aus wie ein Schwarm Rochen, die duch ein grosses Meer fliegen, die Bewegung so sanft und gemaechlich, kurz mochte man meinen, man sitze am Meeresgrund, in einer verzauberten Welt..

Das darauffolgende Event war der Weihnachtsmarkt..
Weihnachten..Noch nie konnte ich es so ignorieren, wie hier in Mali. Hier und da ein blinkender,  Fahrrad fahrender Weihnachtsmann oder Weihnachtsstern liessen es in mein Bewusstsein zurueckschnellen: ach ja, weihnachten! ..und eben so schnell war es wieder vergessen..
Zu Weihnachten gehoeren nunmal Schnee, Kaelte, Shopping-stress und vorallem nervige Weihnachtslieder, die aus allen Richtungen schallen. Dieses Jahr war das ganz anders und ich habe es sehr genossen!

Eine Woche vor dem Weihnachtsmarkt war noch nichts gebastelt, was man haette verkaufen koennen und so wollten sich alle schon auf den Verkauf von Wasser einigen, aber das war mir zu substanzlos. Da fiel mir ein, wie ich im kindergarten gelernt habe, mit geringem aufwand, St. Martins-Laternen zu basteln und hielt das fuer eine gute Idee.. Ich fand ein paar Interessentinnen und los ging der bastel-Marathon!
Luftballon aufblasen, Kleister anruehren, bunten Stoff in kleine Fetzen Schneiden, Luftballon einkleistern und Stoff drauf kleben. Trochnen lassen, Ballon zerstechen, oben gerade abschneiden und an einer Schnur aufhaengen. Fertig! Das sah dann so aus:




..Zusaetzlich haben wir noch Perlen-Armbaender gemacht und haben noch kleider aus der Naeherei verkauft. damit konnten wir uns dann stolz auf dem Weihnachtsmarkt praesentieren..
Der Weihnachtsmarkt in Bamako erinnert eigentlich an ein Riesiges Sommerfest. Im Garten des "Palais de culture" ist es schattig, die hohen Baeume hindern die Sonne daran, die Besucher zu braten.. Es war trotzdem noch seeehr heiss. Die Bratwurst hat aber genauso gut geschmeckt, was ich nun wirklich nicht erwartet haette! ;-)
Neben die vielen Staenden gab es auch schoene Unterhaltung. Musik, Tanz, Marionetten-Theater und "Kinder-disko". Das schoenste war daran, dass sich "Weisse" und "Schwarze" gemischt haben, so, wie man es in Bamako sonst nie erlebt.. Da erst wurde mir bewusst, wieviele "Toubabous" in Bamako leben!


Weihnachtsmarkt


Unser Stand


Marionetten-theater


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